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Beluga Linsen – Delikatesse unter den Hülsenfrüchten

Die Linse ist die älteste Kulturpflanze überhaupt. Als die Menschen im Jahre 7 000 v. Chr. begannen, systematisch Ackerbau zu treiben, starteten Sie mit der einfachen, unverwüstlichen Linse, die seitdem aus dem Speiseplan der meisten Völker nicht mehr wegzudenken ist. Noch immer sind Linsen feste Bestandteile der Grundernährung. Doch die einfache Linse, die die Menschen im Neolithikum anbauten, hat mittlerweile Platz für eine große Sorten- und Artenvielfalt gemacht. Allein in Indien werden 50 verschiedene Linsensorten angebaut. In Deutschland sind wir genügsamer: Wir favorisieren nach wie vor die einfache Tellerlinse. Doch in den letzten Jahren haben auch rote Linsen, Puy-Linsen, Pardina-Linsen oder Berglinsen begonnen, sich hierzulande durchzusetzen. Und natürlich die Linsensorte, die weltweit als die feinste Linse überhaupt bezeichnet wird, die rassig-schwarze Beluga-Linse. Inzwischen ist diese Linsensorte in der heimischen Küche, aber auch in anspruchsvollen Restaurantbetrieben, nicht mehr wegzudenken.

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Aussehen und Geschmack

Vom Ruch des preiswerten Arme-Leute-Essens ist bei der Belugalinse nichts zu spüren. Das beginnt schon bei ihrer Bezeichnung, denn Beluga bezieht sich tatsächlich auf den Spitzen-Kaviar gleichen Namens. Wer diese schwarzen Linsen zum ersten Mal sieht, versteht sofort, warum sie Beluga-Linse, Kaviarlinse oder auch "vegetarischer Kaviar" genannt wird: Die Ähnlichkeit zu dem berühmten Beluga-Kaviar – also dem Rogen des Beluga-Störs – ist geradezu frappierend.

Geschmacklich haben die kleinen, edel glänzenden Beluga-Linsen nichts mit dem Stör-Kaviar gemein: Sie schmecken fein, zart nussig, in gewisser Weise an Maronen erinnernd. In ihrem Geschmack liegt denn auch das Geheimnis des Erfolgs der Beluga-Linse, denn sie ist ein kulinarisches Chamäleon: Kaviarlinsen schmecken unverwechselbar, aber sehr dezent. Deshalb verbinden Sie sich vorteilhaft mit vielen anderen Aromen und sind vielfältig einsetzbar. Daher rührt auch die Beliebtheit der Beluga-Linsen in der Feinschmecker- und Sterne-Küche. Hier kommt es auf feinste Geschmacksnuancen an, und hier kann der vegetarische Kaviar punkten! Auch wenn Kenner die Weisheit "Je kleiner die Linse, desto feiner der Geschmack" zurecht in Zweifel ziehen, bei der Beluga-Linse trifft sie zu!

Herkunft und Anbau

Über die genaue Herkunft der Beluga-Linse ist wenig bekannt. Man vermutet, dass sie – wie viele Linsenarten – in Kleinasien entstanden ist und sich über den Mittelmeerraum verbreitet hat.

Ausgerechnet in Deutschland, dem Land der rustikalen Linsengerichte, spielt der Linsenanbau nur eine untergeordnete Rolle. Linsen bevorzugen sandige Böden und ein sehr warmes Klima. Damit können wir hierzulande nur sehr bedingt dienen. Lediglich in Bayern und auf der schwäbischen Alb werden Linsen kultiviert, die überwiegende Mehrheit der in Deutschland verzehrten Linsen wird importiert. Doch langsam beginnt sich hier eine Trendwende zu verzeichnen: In Regionen wie Unterfranken wurden Linsen traditionell nur zur Selbstversorgung angebaut. Doch findige Bio-Bauern sind auf die Möglichkeit gestoßen, die schwarzen Linsen als sogenannte Stützfrüchte zum Beispiel im Haferanbau einzusetzen. Belugalinsen sind außerdem hervorragende natürliche Stickstoffsammler.

Das bedeutendste Land des Linsenanbaus ist Indien. Hier werden weltweit die meisten Linsen angebaut, selbstverständlich auch die begehrten Beluga-Linsen. In Europa ist Spanien das Land, in dem die meisten Linsen angebaut werden. In Italien ist Umbrien im Linsenanbau führend, und auch in Frankreich werden Linsen kultiviert. Hier setzt man jedoch eher auf lokale Sorten wie die berühmten Puy-Linsen aus Le-Puy-en-Velay, die – wie die edlen französischen Weine – eine eigene "Appelation d'origine controllée" haben. Auch aus der Türkei kommen Linse, dabei handelt es sich fast ausschließlich um rote Linsen.

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Das Gros der Beluga-Linsen, die hierzulande in Supermarkt- und Bioladen-Regalen stehen, stammt aus den USA und Kanada. Hier finden die Linsen nicht nur ein ideales Klima und optimale Böden vor, hier stimmt auch die Niederschlagsverteilung. Zu viel Regen während der Blüte- und Erntezeit vertragen die Linsen nicht. Das kann zu Blütenabwürfen und geringen Ernteerträgen führen.

Um diese optimale Niederschlagsverteilung bei besten klimatischen Bedingungen zu gewährleisten, werden die schwarzen Linsen im ausklingenden Frühjahr – meist von Ende April bis Anfang Mai – ausgesät. Mit der Ernte wird im August oder September begonnen.

Bezugsquellen

Belugalinsen sind seit Anfang des neuen Milleniums in Deutschland bekannt. Musste man anfangs noch gut sortierte Bio-Läden oder Reformhäuser aufsuchen, um die schwarzen Linsen zu erstehen, sind sie heute beinahe überall erhältlich. Besonders in Online-Shops ist eine große Auswahl zu finden. Preislich gibt es große Unterschiede, der Kilo-Preis schwankt je nach Anbieter zwischen 5 und 20 Euro. Wobei Qualität natürlich ihren Preis hat, exzellente Ware aus biologischem Anbau ist für die genannten 5 Euro nicht zu haben. Achten Sie beim Einkauf auf das Haltbarkeitsdatum: Je frischer die Beluga-Linse ist, desto schneller wird sie gar. Beluga-Linsen werden beinahe ausschließlich getrocknet angeboten.